Dienstag, 4. Mai 2010

Stimmen...

25 Jesus entgegnete: »Ich habe es euch bereits gesagt, doch ihr glaubt mir nicht. Alles, was ich im Namen meines Vaters tue, zeigt, wer ich bin. 26 Aber ihr gehört nicht zu meinen Schafen, darum glaubt ihr nicht. 27 Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir, 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden niemals verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles; niemand kann sie aus der Hand des Vaters reißen. 30 Ich und der Vater sind eins.«
Johannes 10, 25-30

Wer nicht zu ihm gehört, kann nicht verstehen, was er sagt und wer er ist. Aber jeder, der zu seiner Herde gehört, kann seine Stimme erkennen.

Stimmen… Wir hören so viele Stimmen im Leben, die uns sagen, was wir tun und lassen sollen, wie wir zu sein haben.

Da sind Stimmen, die uns sagen: Alles, worauf es ankommt ist Geld. Leben im Luxus. Häufe möglichst viel Besitz an. Dann wirst du glücklich sein.

Da sind Stimmen, die uns sagen: Alles, worauf es ankommt ist Gesundheit. Treibe viel Sport, ernähre dich richtig. Verbringe möglichst viel Zeit damit, dich in deine Gesundheit zu investieren.

Da sind Stimmen, die uns sagen: Alles, worauf es ankommt ist gutes Aussehen. Iss möglichst wenig, damit du schlank bleibst. Gebe Unmengen an Geld für Pflegeprodukte und Make-up, Kleidung aus. Wer schön ist, ist beliebt.

Da sind Stimmen, die uns sagen: Alles, worauf es ankommt ist deine Leistung. Arbeite so viel, so effizient, so perfekt wir möglich. Beeindrucke die Menschen mit deiner Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Dann sehen sie zu dir auf und bewundern dich. Dann bist du anerkannt.

Das sind Stimmen, die uns sagen: Alles worauf es ankommt ist, dass du deinen Weg findest. Du kannst tun und lassen, was du willst. Lebe das Leben, das du leben willst! Tu das, was dir gut tut!

Da sind Stimmen, die uns sagen: Du kannst glauben, was du willst. Nimm dir doch von allem das Beste! Picke dir alles raus, was dir gut tut! Yoga, Heilsteine und Jesus stehen nicht im Widerspruch zueinander.

Wie soll man bei den vielen Stimmen, die uns so viel Unsinn einreden wollen, noch die eine Stimme des Hirten hören?

Des Rätsels Lösung ist: Wir müssen in seiner Nähe bleiben, dann werden wir immer mehr lernen, seine Stimme zwischen all den vielen Stimmen, die auf uns einreden, herauszuhören.


Ähnlich, wie wir ja auch Menschen an ihrer Stimme erkennen, je mehr Zeit wir mit ihnen verbringen. Das kennt ihr sicher auch, oder?

Also, ich habe einige Freunde, die am Telefon ihren Namen nicht mehr zu sagen brauchen. Sobald ich deren Stimme höre, weiß ich, wer das ist. Und so ähnlich ist das auch bei Jesus: Je besser ich ihn kenne, je mehr Zeit ich mit ihm verbringe, desto leichter fällt es mir, seine Stimme im Alltag zu erkennen.

Mir ist durchaus klar, dass es schon etwas anderes ist, ob man nun ständig mit einem guten Freund redet oder ob man versucht Jesu Stimme zu hören. Zumal er heute nicht mehr als Mensch mit uns durch die Gegend läuft und so hörbar zu uns spricht, wie ich hier gerade zu euch.

Aber wenn wir uns die Mühe machen, lernen wir seine Stimme wahrzunehmen: Dadurch, dass wir uns in die Stille zurück ziehen, Bibellesen, Beten.

Mit Beten meine ich nicht, dass wir Gott mit unseren Anliegen zutexten, sondern auch, dass wir einfach mal still sind und uns bewusst machen, dass wir in Gottes Gegenwart sind. Und dann abwarten, was passiert. Manchmal kommen einem dann Gedanken, von denen wir vielleicht nicht unbedingt wissen, woher sie eigentlich kommen.

Bist du bereit, zuzuhören?

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