Mittwoch, 31. Dezember 2008

A short glimpse

Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn allem Volk. Und ein Feuer ging aus von dem Herrn und verzehrte das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz. (3. Mose 9, 23+24)

Diese zwei Verse beschreiben, was passiert ist, nachdem Aaron und Mose das erste mal, nach dem Gott ihnen genaue Anweisungen gegeben hat, geopfert hatten.
Ich hab grade die DVD „facedown“ von Matt Redman angesehen und da war ein Prediger, der über genau diese Verse gesprochen hat. Und es ist eigentlich der Wahnsinn, was da passiert ist! Gott offenbart dem gesamten Volk Israel seine Herrlichkeit und nimmt ihr Opfer an!

Und noch viel krasser finde ich die Reaktion des Volkes: Erstmal jubeln und dann fallen sie ehrfürchtig auf die Knie! 
Wann sind wir das letzte Mal ehrfürchtig auf die Knie gegangen vor Gott? Bei mir ist das schon ziemlich lange her. Meistens stehen wir zur Ehre Gottes auf, strecken unsere Hände nach ihm aus, ein Zeichen dafür, dass unsere Seele sich nach seiner Nähe ausstreckt. Was ja auch gut und richtig und wichtig ist. Aber eben nicht alles!

Vielleicht würden wir mal ganz neue Erfahrungen machen, wenn wir Gott die Ehre geben, wenn wir vor ihm auf die Knie gehen? Wir können uns seine Herrlichkeit nicht vorstellen. Aber ich bin mir sicher, jeder von uns hat schon Situationen erlebt, wo er einen Blich auf die Ewigkeit werfen durfte (das sind meistens Situationen, von denen wir das Gefühl haben: Wenn ich das jetzt jemandem erzähle, egal ob Christ oder nicht, der denkt sich wahrscheinlich, dass ich vorher irgendwas geraucht hab, oder irgendwelche Pillen genommen….). Wenn ich mich an solche Dinge erinnere, dann hab ich meistens das Gefühl… Visionen, wie ich direkt unterm Kreuz gekniet hab. Mit 100 anderen Jugendlich auf ner Freizeit auf den Stühlen stehen und mit dem Refrain von dem Lied „Men of faith“ die gute Nachricht raus singen in die Welt! Wahnsinns Erfahrungen. Ein Blick auf Gottes Herrlichkeit und Ewigkeit.  

Ich mag das englische Wort „glimpse“ d.h. eine flüchtigen Blick auf etwas erhaschen. Und es klingt auch so: man sieht ganz, ganz kurz auf etwas. Und das ist es, was ich mir wünsche: immer wieder „to have a glimpse on the lords glory“ – einen kurzen Blick auf Gottes Herrlichkeit werfen zu dürfen. Und anschließend darf ich vor Gott auf die Knie gehen, „facedown, mit dem Gesicht zum Boden, weil ich einen kleinen Eindruck davon bekommen durfte, wie wahnsinnig groß Gott ist!

Und vielleicht müssen wir dafür manchmal ganz gewöhnliche Wege gehen: der einfachste und gewöhnlichste ist wahrscheinlich, sein Wort zu lesen. In der Bibel ist so viel von seiner Herrlichkeit beschrieben. Angefangen beim Schöpfungsbericht, wo er alles ganz genau plant und vorbereitet, dann selbst nach dem Adam und Eva beschlossen haben, dass sie Gott nicht brauchen, kümmert er sich liebevoll um sie. Dann Abraham, Isaak, Jakob, und am Ende dann wieder Israel und durch Jesus wir alle. Jeder einzelne von uns, und unsere ganze Gemeinschaft. Die Bibel beginnt mit einer Beschreibung der Schöpfung und endet damit, dass Gott alles neu macht und Johannes versucht die Herrlichkeit, die er sehen durfte in Worte zu packen. Aber jeder, der schon mal einen „glimpse“ auf Gottes Herrlichkeit werfen durfte weiß, dass Worte nicht ausreichen, um sie zu beschreiben.

Lasst uns das neue Jahr, und auch schon diesen Moment, dazu nutzen, Gottes Herrlichkeit ganz neu wahr zu nehmen und ihn anzubeten, weil er würdig und herrlich ist, angebetet zu werden.

Lasst uns ihn bitten, uns einen kurzen Blick, a short glimpse, auf seine Herrlichkeit zu werfen und ihm dann „facedown“ die Ehre geben.

Montag, 29. Dezember 2008

Über allem Vergangenen steht Gottes Güte und Gottes Vergebung.
Dietrich Bonhoeffer

Sonntag, 28. Dezember 2008

Vertrauen

Das eine habe ich im Leben gelernt:
Unter was für Verhältnissen ich auch heute lebe, wie viel Schweres und Unangenehmes ich täglich, in kommenden Zeiten zu überwinden habe, ich will alles nehmen, wie es kommt, ohne zu klagen und mich entmutigen zu lassen, sondern vielmehr in der Überzeugung, dass das was kommt im Augenblick das Beste für mich ist; sonst würde es nicht kommen.

Und das will ich mir immer klar machen:
Kann ich auch jetzt noch nicht erkennen, warum es in mein Leben getreten ist und welche Rolle es darin zu spielen hat, so kommt doch einst die Erkenntnis für mich und dann werde ich Gott für alles, gerade wie es gekommen ist, von Herzen danken.
Ralph Valdo Irine

Dieses Zitat hat heute Morgen der eine Pastor im Gottesdienst in seiner Predigt verwendet. Und irgendwie hat es mich an das, was mich seid den EP-Tagen verfolgt, erinnert: Wir wissen nicht immer, weshalb Dinge so laufen, wie sie es tun, aber wir können darauf vertrauen, dass Gott weiß, was er tut, und was er uns zumuten kann.

Erinnert euch immer wieder daran. Ich muss es auch:
Der HERR weiß, was er tut.

Samstag, 27. Dezember 2008

Ich hab dich liep!

Ich bin grad bei meinen Eltern und hab dort meinen alten USB-Stick wiedergefunden und da war noch meine aller erste Predigt drauf gespeichert. Das, was ihr hier lest, ist leider nur 1/3 des gesamten, da wir zu dritt gepredigt haben und ich die andren beiden Teile leider nicht habe.
Eingestiegen sind wir mit folgender Geschichte:

Ich hab Dich liep

"Was schenkst du denn Mutti zu Weihnachten?" Neugierig fragen die Geschwister den sechsjährigen Thomas. "Sag ich nicht!" 
"Weißt du denn überhaupt was?" Sie bohren und lassen nicht locker. 
Er schweigt beharrlich. Doch während die beiden Großen im Kinderzimmer sehr beschäftigt sind, hüpft und singt Thomas durchs Haus und benimmt sich durchaus nicht so, als habe er auch nur das Geringste zu tun für Weihnachten. 
Aber die Adventszeit hat gerade erst angefangen - es dauert noch Wochen bis zum großen Fest... "Ich hab schon so viel -", frohlockt das Kind. "Meins kannst du nicht erraten, Mutti, überhaupt nicht, nie!" Die Tage vergehen, bringen viel Arbeit, Freude, Vorbereitungen, manchmal Besinnung, Liedersingen - Ungeduld dazwischen. 
Thomas ist längst nicht mehr so fröhlich, er hopst nicht mehr vor Vergnügen, scheint traurig, gedrückt. Ich möchte ihn erlösen von dem Lastenden, dem großen Geheimnis, an dem er keinen teilhaben lassen will. 
"Erzähl es doch den Geschwistern." "Geht nicht!" "Oder sag es dem Baby, das kann ja noch nichts verraten!" Nein, das Geheimnis bleibt ganz allein seines, ist nicht teilbar, wird, je mehr Zeit vergeht, umso drückender. 
Es ist ein Jammer, das mit anzusehen. Da plagt sich ein sonst fröhliches Kind mit der Last seines Geschenks für die Mutter und kann keinem davon sagen, es muss das ganz allein mit sich ausmachen.
Mit einiger Sorge frage ich mich nun doch, was das sein kann. Nur frohe Erwartung ist um mich herum, und mir werden Geheimnisse zugeflüstert, die ich ganz schnell wieder "vergessen" muss ... man kann doch einfach nicht all das Schöne für sich behalten. Der Junge trägt schwer an dem Unbekannten, sucht meine Nähe und meidet doch gleichzeitig alle Zärtlichkeit, die er sonst aus vollem Herzen austeilt. Er weint scheinbar grundlos, lässt sich kaum trösten. Es fällt mir immer schwerer, ihm Zeit zu lassen, bis er sich den Kummer von der Seele nehmen lassen kann. 

(Verfasser unbekannt)
(Quelle: http://www.weihnachten.bei-bruni.de/geschichten/geschichte15.html)

Liebe ist mehr als ein Gefühl.

Wenn wir Menschen lieben, dann wollen wir ihnen das sagen, so wie der kleine Junge in der Geschichte eben das seiner Mutter gerne gesagt hat. Aber um sie an Weihnachten zu überraschen, hat er das „Ich hab dich lieb“ jedes mal, wenn er ihr das sagen wollte, auf ein Blatt Papier geschrieben und so für Weihnachten aufgespart.

Wo sparen wir vielleicht an Liebe? Und weshalb halten wir sie zurück? Doch nicht um einen Menschen damit am Ende zu überraschen. Es gibt doch eigentlich kaum etwas schöneres, wenn man von jemandem gesagt bekommt: „Du, ich hab dich lieb. Du bist mir wichtig. Ich freu mich, dass es dich gibt“.

Mich baut es z.B. immer auf, wenn ich Freitags total kaputt und oft genervt von der Schule zum Abenteuerland komme und dann sehe, wie da die anderen Mitarbeiter sind, die mich anstrahlen und mir sagen: „Schön das du da bist“ oder wenn dann die Kinder in die Kirche gestürmt kommen und dann rufen „Hallo Yvonne! Ich bin auch da!“ Oder da lachenden Mädels in der Kleingruppe sind, die sich gar nicht entscheiden können, neben wem von uns Mitarbeitern sie sitzen wollen, weil sie uns alle ins Herz geschlossen haben. Ich finde es toll, wie natürlich es gerade für Kinder ist, den Menschen um sie herum zu sagen und zeigen, dass sie sie lieben! Und ich finde es eigentlich auch traurig, wie unnormal es für einen wird, je älter man wird.

Wo bleiben wir den Menschen, die wir lieben, diese Liebe schuldig? Ich glaube, dass wir da noch sehr viel von den Kindern lernen können und sollten. Ich habe mir angewöhnt, unter Briefe, Emails und SMS an Freunde noch dieses den meisten sicher bekannte Kürzel HDL zu schreiben, also „Hab dich Lieb“. Und ich glaube, dass die sich darüber genauso freuen, wie ich, wenn ich ne Email oder ne SMS bekomme, in der das jemand geschrieben hat!

Ich möchte sie einladen, die nächsten 3 Wochen bis Weihnachten einfach mal dazu zu nutzen den Menschen um sie herum bewusst zu sagen „Ich hab dich lieb.“

Wir brauchen das nicht zu verstecken: wenn man Liebe teilt, wird sie nur noch größer.

Wie benehmen sich frisch verliebte Paare oft? Sie laufen durch die Welt und wollen allen zeigen, wie verliebt und glücklich sie sind. Sollten wir dann nicht genauso durch die Welt laufen und den Menschen zeigen, wer unsere große Liebe ist? Sollten wir nicht vor Liebe zu Jesus überlaufen?

Wir sind uns doch als Christen immer der großartigen Liebe Gottes bewusst: Und warum sollten wir damit hinterm Zaun halten, dass wir unendlich geliebt sind? 

Oft fühlen wir vielleicht diese Liebe nicht, aber wissen darum. 

Fühlen wir immer, dass unsere Eltern, Geschwister, Partner, Freunde uns lieben? Nein, aber wir wissen, dass sie uns lieben. Und genauso ist es mit Gott: wir laufen zwar nicht immer mit diesem Gott-liebt-mich-und-ich-bin-total-veknallt-in-Jesus-Herzklopfen durch die Gegend, aber wir wissen um diese Liebe und dürfen, nein sollen sie sogar weitergeben. 

Haben sie schon mal versucht zu verheimlichen, wenn sie in jemanden verliebt sind? Das kostet ganz schön viel Kraft und Nerven und macht einen auf die Dauer kaputt.

Und ich glaube, ähnlich kaputt gehen wir, wenn wir den Menschen um uns herum nicht sagen und zeigen, dass wir sie lieben, und dass Gott sie noch viel mehr liebt, als wir das können. Warum bleiben wir den Menschen so oft Liebe schuldig, und dass obwohl wir Gottes geliebte Kinder sind, und ER uns NIE Liebe schuldig bleibt? Und weil Gott uns das jeden Tag immer und immer wieder sagt, dass er uns lieb hat, und uns den größten Liebesbeweis gemacht hat den es gibt:


Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3,16


sollen wir das ALLEN Menschen weiter geben, nicht nur denen, die wir Lieben, bei denen uns das leicht fällt, sondern auch den Menschen, die uns im Alltag so begegnen. 

Also warum das länger geheim halten und darunter Leiden, wie der kleine Thomas in der Geschichte?

Wie können wir diese tolle Liebe denn weitergeben und wie ist diese Liebe eigentlich definiert?

Wir leben in einer Welt, in der Liebe oft mit Sex gleichgesetzt wird, aber die Bibel sagt uns ganz deutlich, wie wir mit Liebe umgehen sollen, und was Liebe ist:

Rom 13:8 Seid niemand nichts schuldig, als dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 
Rom 13:9 Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten", und so ein anderes Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten zusammengefasst: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 
Rom 13:10 Denn Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 
Rom 13:11 Und weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil jetzt näher ist, denn da wir gläubig wurden; 
Rom 13:12 die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. 
Rom 13:13 Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht;
Rom 13:14 sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib, nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

Die Antwort auf meine eben gestellte Frage, was denn Liebe ist, steht hier ganz klar: Liebe ist die Erfüllung des Gesetztes. Mit dem Gesetzt sind die 10. Gebote gemeint. Alle diese „Spielregeln“ sollen uns helfen, Liebe zu üben, auch wenn wir gerade mal nicht dieses tolle Gefühl haben. 

Und sie helfen uns auch, Liebe an denen zu üben, die wir einfach nicht kennen, oder die wir nicht mögen. 

Ich finde es ziemlich leicht, den Menschen zu sagen, dass ich sie lieb hab, wenn ich mir dessen bewusst bin, dass es sich bei ihnen mir gegenüber ähnlich verhält. Und mir fällt es dann auch leicht, mich ihnen gegenüber so zu verhalten, dass sie etwas davon merken, wie wichtig sie mir sind und ich kann ihnen dann vielleicht auch ein wenig davon zeigen, dass sie von Gott geliebt sind.

Aber wo bleiben wir den Menschen unsere und vor allem Gottes Liebe schuldig, die wir nicht kennen oder nicht mögen? Wie oft ignorieren wir den Bettler, der auf der Straße sitzt oder zicken die Nervensäge die in der Schule rum rennt an, oder verachten den Arbeitskollegen, der morgens mit einem ungebügelten Hemd auftaucht?

Auch diese Leute sind von Gott geliebt. Und er will ihnen das durch UNS zeigen. Durch jeden Einzelnen, der hier in der Kirche sitzt! 

Sicherlich denken sie jetzt: „Wie soll ich das denn bitte machen? Ich kann doch
gar nicht jeden lieb haben!“ Aber es geht auch gar nicht darum, dass wir jedem
Menschen um den Hals fallen und sagen: „Ich hab dich lieb“, sondern, wir sollen
den Menschen etwas von der Liebe Gottes weitergeben. Wenn sie mit jemandem
nicht klar kommen und jetzt gerade denken: „Den kann ich einfach nicht lieben“
dann bitten sie doch einfach Gott, dass er diese Person durch sie liebt! Beginnen
sie, für diese Person zu beten und dafür, dass sie mit Jesus Hilfe Liebe leben
können.


Bitten sie Gott, dass er ihnen hilft den Menschen um sie herum in Liebe zu begegnen.
Sagen sie den Menschen, die ihnen wichtig sind, das doch öfter mal! Ich bin überzeugt davon, dass wir dann viele kleine Wunder erleben können.

Rom 13:8 Seid niemand nichts schuldig, als dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 

Freitag, 26. Dezember 2008

Facedown

Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten, denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh. 4, 22-24)

Eigentlich spricht Jesus diese Worte zu einer Samariterin, kurz nachdem er sie darauf angesprochen hat, dass sie schon mit mehreren Männern zusammen war, was zu seiner Zeit ja ein wirklicher Skandal war.
Aber ich finde diese Worte, seid ich sie vor einiger Zeit einmal bewusst gelesen habe, immer wieder faszinierend, beängstigend und ermutigend: Wissen wir wirklich, wen wir da überhaupt anbeten? Oder beschränkt unsere Anbetung sich nur auf unsere Lobpreiszeiten im Gottesdienst, vorwiegend am Sonntagvormittag, irgendwann zwischen zehn und zwölf Uhr? Und vielleicht noch diese, meist etwas verkrampfte, Lobpreiszeit im Hauskreis?
Und: Ist echte Anbetung nicht mehr als Musik? Ist sie nicht ein Lebensstil?

Ich habe gerade das Buch „facedown“ (d.h. so viel wie: Gesicht auf dem Boden, kniend) von Matt Redman gelesen und er hat einige Dinge geschrieben, die ich sehr gut finde, und über die es sich nachzudenken lohnt.

Eines dieser Dinge war ganz am Anfang des Buches. Es ging um unsere Haltung in der Lobpreiszeit, schwerpunktmäßig, während des Gottesdienstes: „Jede äußerliche Haltung in der Anbetung sagt sowohl etwas über den Beter aus als auch über denjenigen, der angebetet wird. Wenn wir unsere Hände heben, zeigen wir damit, dass sich unsere Seele anbetend nach ihm ausstreckt und dass er würdig ist, angebetet zu werden. Wenn wir vor Freude tanzen, ist das ein Zeichen für ein dankbares Herz, und es verweist anbetend auf die Quelle dieser Freude. Wenn wir also unsere Anbetung körperlich ausdrücken wollen, ist alles, was wir äußerlich tun, ein Spiegel dessen, was in uns vor sich geht. Wir reden und singen aus einem überfließenden Herzen heraus, wir tanzen und gehen auf die Knie. Gott kommt uns nahe und wir antworten ihm. Gott strahlt und wir reflektieren seinen Glanz. In gleicher Weise ist es ein Ausdruck der Demut und des Staunens über die Heiligkeit Gottes, wenn wir uns vor ihm niederwerfen.“

Ich finde es eigentlich spannend, sich mal bewusst zu sein, dass wir mit unserer Haltung irgendwie auch ausdrücken, wie wir zu Gott stehen: 
Strecken wir uns voller Sehnsucht nach ihm aus?
Tanzen wir vor Freude über ihn im Raum herum?
Oder werfen wir uns ehrfürchtig und staunend auf die Knie vor ihm, weil wir uns bewusst werden, wie groß er ist, und wie klein wir eigentlich sind?

Vielleicht sollten wir öfter mal überlegen, was wir im Lobpreis eigentlich tun. Ich kenne das von mir selbst: Es gibt Tage, an denen ich mich am liebsten in der Erde eingraben will, vor Gott niederwerfen, weil ich weiß, dass er größer ist, als ich es jemals begreifen kann.
Und dann gibt es Tage, an denen drehe ich zu Hause meine Lobpreis-CD laut auf und tanze durch die Wohnung, weil ich mich so über Gott freue und dass er da ist.
Und an anderen, da kann ich nur die Hände heben und sehne mich danach, dass er mich in den Arm nimmt und meine Seele heilt.
Und schließlich sind da noch die Momente, in denen das Gesinge eine Pflichtübung ist, die nun mal dazu gehört.

Das faszinierende an diesen vielfältigen Möglichkeiten, Gott zu begegnen (die vier sind ja noch lange nicht alle!), ist, meiner Meinung nach, dass alles für Gott okay ist: Es ist in Ordnung, wenn wir mal einen schlechten Tag haben und uns nicht bewusst auf ihn grade einlassen wollen. Er ist trotzdem da! Und genauso freut er sich, wenn wir fröhliche Lieder über ihn singen und durch die Gegend hüpfen und tanzen, weil wir so begeistert sind. 
Und manchmal gibt es Moment, in denen wir uns nach ihm ausstecken, und wenn er sich dann bemerkbar macht, können wir kaum anders, uns vor ihm nieder zu werfen. Vielleicht sollten wir den Mut entwickeln, dass auch zu tun, wenn wir bemerken, dass es dran ist.
Und vielleicht sollten wir es auch mal ausprobieren, wenn uns nicht unbedingt von Herzen danach zumute ist: Entweder alleine zu Hause, in unserer Gebetszeit. Oder gemeinsam im Hauskreis, wenn wir dort beten. Es kann eine ganz spannende Erfahrung sein, Gott auf Knien die Ehre z geben. Allein. Und Gemeinsam.

Lasst uns Gott an beten! Mit dem Gesicht zum Himmel.

Oder „Facedown“.

Montag, 22. Dezember 2008

Weihnachtsstimmung?

Ich sitze hier im Zug und bin auf dem Weg zu meinen Eltern, um dort Weihnachten zu feiern. Allerdings bin ich so absolut nicht in Weihnachtsstimmung, sondern grüble über so dies und jenes nach. Wenn ich aus dem Fenster sehe, dann sieht es nicht nach Weihnachten aus, sonder eher nach Herbstwetter und Regen.
Und ich bekomme eher Lust am Strand spazieren zu gehen und mich vom Wind durch pusten zu lassen. Oder mit Freunden bei Cappuccino oder gemütlich zusammen zu sitzen und zu quatschen.

Und ich sitze hier, und frage mich: Was ist eigentlich Weihnachtsstimmung?
Plätzchen backen und essen?
Um den Tannenbaum sitzen und sich beschenken?
In der Stadt herum rennen um die letzten Geschenke zu besorgen?
In der Kirche hocken und Weihnachtslieder singen?

Worum geht es denn bei Weihnachten? 
Um Konsum und Gemeinschaft?
Um zur Ruhe kommen und Beisinnlichkeit?
Und Familientradition und Gänsebraten?
Um eine „Wir haben uns ja alle so lieb“ - Mentalität?

Wenn ich mir die Weihnachtsgeschichte durchlese, begegnen mir da weder Kerzenschein, noch Gemütlichkeit im Wohnzimmer neben einem hübsch geschmückten Tannenbaum. Wenn ich in die Geschichte schaue, die das erste Weihnachtsfest beschreibt, dann begegnen mir da eine müde Familie in einem stinkenden Stall. 
Das einzige, was an Festlichkeit erinnert, sind wahrscheinlich die Engel, die den Hirten, welche draußen auf dem Feld sitzen und im Prinzip die Untersten der Untersten repräsentieren, die gute Botschaft vom Kind bringen. Wobei ich selbst hier anzweifle, dass das wirklich so cool war, wie wir uns das immer vorstellen.
Schließlich singen die ja nicht einfach so drauf los, sondern der erste Engel tritt mit den Worten „Fürchtet euch nicht!“ zu den Hirten. Muss also eine ganz schön erschreckende Erscheinung gewesen sein, dieser Engel.

Und überhaupt.... Wie Engel generell in unserer Welt immer dar gestellt werden: Kleine, eher dickliche Kinderchen, die ganz niedlich sind und die: (ja, genau!) Gemütlichkeit verbreiten. Mal im ernst: Wenn Engel so aussehen würden, dann müssten die doch net jedes mal, wenn sie auftauchen, sagen: „Leute! Keine Panik! Wir wollen euch nichts Böses! Wir haben nur eine Message für euch, vom obersten Chef!“

Und mal ganz im ernst: Wer würde so ein kleines, fettes Engelchen schon für voll nehmen, wenn es ihm sagen würde: Hey! Ihr Hirten da! Ich hab ne tolle Nachricht für euch: Gott hat beschlossen als kleiner Hosenscheißer auf die Welt zu kommen und alle zu retten!“
Da hat ein furchteinflößender Engel doch auch etwas mehr Autorität, oder?

Aber zurück zur Gemütlichkeit: Ich hab ja nichts dagegen, so an sich... Aber ich finde es schon schade, dass über dieses ganze Weihnachtsgetue vollkommen vergessen wird, was wir da eigentlich feiern. 
Wir feiern den Geburtstag Gottes!!! Eigentlich ein wahnsinns Grund um zu feiern. Oder?
In meiner Gemeinde, da haben wir jetzt in der Adventszeit immer das Lied „Weihnachten ist Party für Jesus“ gesungen. Zum einen, gehört das mit zu dem Konzept, dass wir die Kinder ernst nehmen wollen im Gottesdienst, schließlich sind auch sie Teil der Gemeinde, zum anderen aber, macht dieses Lied deutlich, was Weihnachten eigentlich ist: Eine weltweite Geburtstagsparty für Jesus! 

Endlich mal ein Weihnachtslied, dass nicht total getragen ist und eigentlich nur mit Orgelbegleitung so richtig zusammen passt, sondern eines, was ausdrückt, worum es geht: Weihnachten: Das Fest der Freude! Der einzig wahre Grund zu echter Freude ist in diese Welt gekommen, um den Fehler, den wir Menschen gemacht haben, wieder aus zu bügeln.

WAHNSINN!!!

Was ist Weihnachtsstimmung?
Weihnachtsstimmung ist, dieser echten Freude Platz einräumen.
Und auch jetzt schon im Blick zu haben: Jesus kam in diese Welt, um unseren Fehler wieder gut zu machen. Und aus dem selben Grund ging er auch wieder von dieser Welt.

Erst kommt er herab in einen stinkenden Stall. Und die ersten, die ihn sehen, sind stinkende, unangesehene Hirten. Und dann lässt er sich ans Kreuz hängen. Trägt eine Strafe, die einfach nur übel ist. Er stirbt, geht ins Totenreich und steht nach drei Tagen wieder auf. Er geht in den Himmel und bereitet uns eine Wohnung im Hause Gottes vor.
Und damit wir ohne ihn nicht so alleine sind, schickt er uns den Heiligen Geist, durch den er uns nahe ist.

Lasst uns Jesus Geburtstag feiern. Vielleicht besinnlich. Vielleicht auf einer großen und lauten Party. Aber lasst uns SEINEN Geburtstag feiern und nicht die Gemütlichkeit.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Wir lesen zu viel Bibel

Hier ein Link zu einem Blog, dem ich vor einiger Zeit begegnet bin. Ich fand die Gedanken sehr interessant.

Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken.

http://wegbegleiter.wordpress.com/2008/11/26/wir-lesen-zu-viel-bibel/

Samstag, 20. Dezember 2008

Rollentausch?

Ich sitz hier grad vorm Fernseher und sehe einen Bericht darüber, wie ein Reporter in einen Travestie-Künstler umgestylt wurde. 

Und ich bin mir in der Tat nicht so sicher, was ich von einem solchen "Rollentausch" halten soll. Ich denke, die meisten von uns kennen dieses Gefühl durchaus, in eine andere Rolle schlüpfen zu wollen. 

Aber: Wieso eigentlich? Wieso sind wir eigentlich nie zufrieden mit uns selbst? 
Ich mein, ich selbst kenne das von mir: Ich sehe irgendwelche Leute, die so viele Sachen wissen. Oder wie sie viel musikalischer sind als ich und sitze dann da, und bin total unzufrieden mit mir selbst. 

Ich konzentriere mich dann nur noch auf das, was ich nicht kann, statt darauf zu sehen, was ich kann. Ich sehe nur noch meine Defizite. Dabei weiß ich doch, dass Gott mir Gaben, und damit verbunden auch Aufgaben gegeben hat.
Weshalb konzentriere ich mich also immer auf die anderen? Warum genüge ich mir selbst nicht? (ich kenne mindestens eine Person, die jetzt ungläubig den Kopf schütteln wird....)

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. (Jesaja 43, 1b)

Eigentlich sind diese Verse zum Volk Israel gesprochen. Aber ich denke, dass sie nicht nur Israel ihre Identität geben, sondern auch uns!
Weil Gott uns gerufen hat, sind wir wertvoll. Nicht wegen dem, was wir können. ER gibt uns unsere Identität.

Darum lasst uns unseren Gaben und fähigkeiten gemäß Leben und unseren Weg gehen, den Gott für uns hat. Denn das ist unsere Bestimmung.

Lässt du dich drauf ein? Oder willst du lieber einen Rollentausch?

Jesus reicht uns seine Hand

Jesus reicht uns seine Hand.
Er will uns führen und halten.
Er ist bei uns alle Tage, 
bis and er Welt Ende.
Wie ein Vater seinem kleinen Kind die Hand hält,
wenn es laufen lernt,
hält auch Jesus unsere Hand,
wenn wir im Leben laufen lernen.
Er hilft uns,
hält uns und trägt uns auch, 
wenn es mal sein muss.
Er geht mit uns unseren Weg 
Und lässt uns niemals los.
Er weiß genau, wie das leben ist.
Er kennt uns ganz genau.
Er hat dieselben Erfahrungen gemacht, wie wir.
Er hat das Leben eines Menschen gelebt.
Deshalb reicht er uns seine Hand.
Und wenn wir sie greifen,
wird er uns halten,
auch wenn wir uns mal auf die Nase legen.
Er sammelt uns vom Boden auf
Und klopft uns den Dreck von der Kleidung.
Und wie ein Vater seinem kleinen Kind die Hand hält,
wenn es laufen lernt,
hält auch Jesus unsere Hand,
wenn wir im Leben laufen lernen.

Freitag, 19. Dezember 2008

"Wenn du böse zu mir bist, dann...

... bist du nicht mehr mein Freund!", sagte letztens der 3jährige Sohn von Bekannten zu mir.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Gott so von mir denkt. Kennst du das? Du hast zum hundertsten Mal den selben Fehler gemacht. Und eigentlich müsste Gott schon längst die Nase voll haben von dir? Du an seiner Stelle hättest schon längst die Nerven verloren?
Sei beruhigt: Du bist nicht Gott! Und Gott hat, im Gegensatz zu dir, immer und immer wieder Geduld.

Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! (Johannes 21, 15-19)

Jesus gibt Petrus hier einen ziemlich großen Auftrag: Er soll sich um seine Kirche kümmern. Und das, wo er Jesus kurz vor dessen Tod noch verleugnet hat. 

Jesus sagt zu Petrus nicht: "Wenn du zu mir böse bist, dann bist du nicht mehr mein Freund." NEIN! Er gibt Petrus den Auftrag über seine Kirche zu wachen und sie im Prinzip mit aufzubauen.

Welches ist dein Auftrag, den Jesus dir gibt, auch wenn du mal wieder "versagt" hast? 
Wenn du ihn vielleicht wie Petrus, verleugnet hast?

Jesus fragt Petrus hier: "Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?" Und Petrus bejaht diese Frage. Und daraufhin gibt Jesus ihm seinen Auftrag. 

Wie beantwortest du diese Frage?

Und welches ist dein Auftrag, wenn du sie bejahen kannst, wie Petrus?

Wachstum

Auf den erlebnispädagogischen Tagen Anfang November haben wir zum Abschluss einen "Werkstatt-Gottesdienst" gefeiert und ich war mit in dem Team, welches für die Predigt zuständig war und wir haben uns Gedanken zum Thema "Wachstum" gemacht (Ich hoffe, ihr lasst euch nicht von der Menge abschrecken, das alles zu lesen!!!):

Zum einen gibt es äußerliches Wachstum, welches ziemlich leicht zu beobachten ist, z.B bei Pflanzen: Aus einem kleinen Setzling wird über die Jahre ein großer Baum.Oder bei Kindern: Sie werden langsam aber sicher immer größer und auch ansonsten entwickeln sie sich rasend schnell immer weiter. 

Oder die Gemeinschaften wachsen: Entweder in der Tiefe, wie unsere Klasse auf EP-Tagen, oder auch Hauskreise, in denen man sich immer besser kennen lernt. Oft sieht man diese Veränderungen nicht sofort, aber irgendwann schaut man gemeinsam auf Gutes und Schlechtes zurück und stellt fest: Die Gruppe ist zusammengewachsen.

Allerdings gibt es auch einige Entwicklungen, die mehr im Verborgenen liegen und nicht so offensichtlich sind: unsere charakterliche Entwicklung. Und dies sind oft die Veränderungen, die uns am schwersten fallen, weil wir das Gefühl bekommen, unseren Schutz abzugeben.

Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich sehr schnell zickig werde, wenn ich unter Stress stehe und meinen Frust dann an anderen auslassen, obwohl sie nichts dafür können. Und da das ziemlich unfair ist, muss ich zulassen, dass Gott daran arbeitet und mich verändert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das kein einfacher Weg werden wird und wahrscheinlich sogar mit eineigen Schmerzen verbunden sein, weil viele alte Wunden wieder aufgerissen werden. 


Wachstum ist oft mit Schmerzen verbunden.

Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, wie ihr als Kinder oder Teenies mal ziemlich schnell gewachsen seid und dass es dann im ganzen Körper geschmerzt und gezogen hat.
Oder ein anderes Beispiel für Wachstumsschmerzen ist bei Kleinkindern zu beobachten, wenn sie Zähne bekommen. Dann schreien viele Kinder sehr viel, weil sie irgendwie ausdrücken müssen, dass es weh tut.

Und so haben wir uns dann überlegt, was so ein kleines Kind wohl denken würde, wenn es schon so denken könnte, wie wir: Vielleicht würde es sich fragen, was diese Schmerzen sollen, weil es noch nicht verstehen kann, dass es die Zähne einmal brauchen wird, um später beißen zu können.

Genauso verstehen wir oftmals nicht, warum Veränderung und Wachstum in unserem Leben schmerzhaft sein müssen. Aber ich bin mir sicher, dass Gott es und dadurch später im Leben möglich macht, uns in anderen, schweren Situationen "durchzubeißen". Also nicht aufzugeben sondern durchzuhalten und sie zu meistern.

Auch wenn wir durch ein Tief gehen müssen, wird Gott mitgehen, uns verändern und uns wieder aufhelfen.


Weshalb fällt es uns oft so schwer, sich zu verändern? Was verhindert Wachstum in uns?

Ich glaube, oftmals hinder uns unsere eigene Bequemlichkeit daran zu wachsen. Wir müssten unseren gemütlichen Ort verlassen und Arbeit investieren. Wir sind einfach zu faul, uns zu verändern. Jedenfalls kenne ich das von mir: sich zu verändern heißt, den Weg zu wählen, auf dem Widerstand zu erwarten ist.

Ich hätte es mir z.B. für mein FSJ auch einfach machen können und in eine Gemeinde ganz in der nähe von meinem Heimatort gehen können, in der ich schon einige Leute kannte und die ganz ähnlich wie meine Heimatgemeinde strukturiert ist. Stattdessen bin ich nach Wetzlar gegangen, wo vollkommen neue Anforderungen an mich gestellt wurden. Zum einen Arbeitstechnisch, da ich in, für mich, vollkommen neue Arbeitsbereiche der Jugendarbeit hinein schauen konnte. Zum anderen aber auch an mich als Person, da es mir bei einigen Leuten schwer viel, mit ihnen konstruktiv zusammen zu arbeiten. Dadurch sind einige Verletzungen entstanden sind, welche ich in nächster Zeit mühselig aufarbeiten muss.

Andere Gründe können Zweifel an Gott oder auch an der Richtigkeit seines Handels sein. Oder Resignation, weil wir schlechte Erfahrungen mit anderen Christen gemacht haben und von ihnen Enttäuscht wurden.
Oder auch einfach Angst vor den Schmerzen. Oben habe ich ja schon das Beispiel mit den Wachstumsschmerzen gegeben: Wachstum tut weh. Aber um zu wachsen, müssen wir uns diesen Schmerzen stellen.

Jedem von euch fallen wahrscheinlich noch ne Menge Dinge ein, wo ihr Dinge habt, an denen ihr, wenn auch unter Schmerzen, wachsen könnt.


Aber wer diesen Prozess zulässt, befolgt einen Rat von Petrus


Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten. (2. Petrus 3, 18)


Petrus gibt uns den Rat, zu wachsen. Unsere Aufgabe ist es also, Wachstum und Veränderung zuzulassen. WIR müssen uns dazu entschließen zu wachsen und dem Heiligen Geist Raum zu geben.

Dieser Entschluss wird allerdings drastische Folgen haben:
-Wir lassen zu, dass der Heilige Geist spricht und sich in unserem Leben bemerkbar macht.
- Es kann gut sein, dass Gott Dinge in uns verändern will, die wir eigentlich gar nicht verändern wollen. Es kann also sehr unangenehm werden.

Aber ich bin davon überzeugt, dass wir Gott so am Besten die Ehre geben. Auch, wenn es sehr schmerzhaft werden kann.


Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten. (2. Petrus 3, 18)